Theaterausflug 2019

Am 13. April belohnte sich die Theatergruppe des ATSV Mutschelbach für die erfolgreiche Saison mit einem Ausflug nach Hessen. Genauer gesagt ging es zum Frankfurter Flughafen zur XXL-Tour.
Nachdem Georg von seiner Selma auf bekannt elegante Weise zusammengefaltet wurde und in Pias Auto auf die Rückbank passte, fuhr man in Richtung S-Bahn. Am Treffpunkt versammelten sich alle mehr oder weniger aufgeregt - vor allem die ungeübten Bahnfahrer waren sichtlich nervös. Erfreulicherweise kam die Truppe durch ihren „Chef“ zur beim „Bähnle“ unüblichen Platzreservierung. Zuverlässig brachte die AVG alle an den Karlsruher Hauptbahnhof, wo erst einmal Dank der Vielfalt an Bäckereien und Angeboten gefrühstückt wurde. Richtig gemütlich stand man inmitten des Trubels und der eilenden Bahnfahrer zusammen, denn wie sollte es anders sein – Firmengetreu hatte die Bahn Verspätung. Zum Glück musste man keinen „Fliescher“ (das ist hessisch für „Flugzeuch“) erwischen. Die Platzreservierung war durch den Ausfall des eigentlichen Zuges auch dahin. Dies tat der fröhlichen Stimmung aber keinen Abriss. Im Gegenteil – das Bordrestaurant wurde gestürmt und munter ging es weiter mit dem ersten Bier oder wahlweise dem dritten Kaffee. Als Rucksack-Tourist ist man bekanntlich sparsam mit dem zu tragenden Gepäck, obendrein ist offener Alkohol in der Bahn untersagt. Macht nichts – den Alkohol kann man auch in Form von Pralinen zu sich nehmen.

Mit 11 Personen im Speisewagen traute sich auch kein „Auswärtiger“ mehr dazu und so genoss man die angenehme Fahrt „with Deutsche Bahn“ ganz unter sich. Die aufkommende Frage „Weiß eigentlich jemand wo wir raus müssen?“ konnte umgehend beantwortet werden: „Durch die Tür, da wo wir rein gekommen sind“. Besonders einer freute sich über die vorhandene Bordtoilette, was im Gegensatz zu den bisherigen Busfahrten ein echter Luxus war. Purer Luxus ist auch, wenn man von so einem großen Schauspieler profitiert der mit Leichtigkeit sämtliche Selfies aus luftiger Höhe tätigt.

Ob die Hessen uns Badener wohl gut verstehen? Hochdeutsch könnte man ja probeweise sprechen – der Versuch scheiterte bereits nach 4 Worten mit „waisch“ und „mir“. Ein Stück auf Hochdeutsch zu präsentieren wäre nicht nur für das Publikum eine Zumutung. Die Männer tauschten bei ihrem Bierchen munter Frisurentipps (!) aus, denn so ein Selfie aus der Höhe rückt so manche Denkerstirn doch ziemlich ins Rampenlicht. Dies führte auch dazu, über das Ausflugsziel 2020 zu diskutieren: Istanbul, denn dort boomt angeblich die Haartransplantation. Wer unbedingt mehr Haar will, darf im nächsten Stück gerne wieder Perücke tragen…

Der Flug – äh…Zugbegleiter lehnte unsere Schnapspralinen dankend ab, im Gegenzug bekam aber jeder im Mutschelbacher Speisewagenabteil eine Tafel Schokolade mit dem Aufdruck „Lieblingsgast“.  Da kann sich doch keiner mehr über ein paar Minuten Verspätung echauffieren, oder? Zumal der Chef schon einen Anruf tätigte um am Flughafen die unvermeidliche Verzögerung der Tour anzukündigen. Es warteten ja auch nur 30 andere Personen bis die Prominenz aus der Provinz eintraf. Zum Glück wurden wir vom Tour-Leiter sofort erkannt (was aber weniger am Bekanntheitsgrad sondern eher an den abgehetzten Gesichtern und durchgeschwitzten Shirts lag – kein Wunder, wenn man vom Flughafeneigenen Bahnhof ans andere Ende des 2. Terminals rennt…) und schleunigst aber zuverlässig durch die Sicherheitskontrolle geschleust wird. So startete die Tour übers 20 Quadratkilometer große Flughafengelände mit nur wenigen Minuten Verzögerung.
Hier ein paar Fakten, die unseren Horizont erweiterten: 98 Länder werden angeflogen, 304 Flugziele, 186 Mio Liter Kerosin passen in die großen Tanks, 81 000 Mitarbeiter zählt der 4.größte Airport Europas. Und ganz nebenbei, was die Berliner Großflughafen nennen, ist bei unseren hessischen Nachbarn einfach nur „Terminal 3“ (Bau läuft). Flugzeuge haben ja auch Namen! Eines davon hört auf den wunderschönen Namen „Olá Brasil“ – war ja klar, dass dieses Stichwort unter den Theaterspielern Erinnerungen an den brasilianischen Sandhasen hervorrief und der Georg zum Erstaunen anderer Fahrgäste sofort tönte „Brasiiiiil, lalalalalaaaaa“…

Nach zweistündiger Buscruiserei über das Rollfeld, unter Flugzeugen durch und vorbei an den 1,2 Mio teuren Schleppern mit ihren 1000 PS, freute sich die Truppe auf das Mittagessen. Dieses wurde im Restaurant „Zur goldenen Möwe“ eingenommen, dem größten seiner Art auf einem europäischen Flughafen. Gestärkt konnte nun wahlweise geshoppt oder von der Besucherterrasse aus den Fliegern zugeschaut werden. Der von manch einem benötigte Mittagsschlaf wurde in einer der Flughafenkapellen oder am Tresen der Bar abgehalten. Wobei man fairerweise sagen muss, dass nicht alle müde waren. Nein, der Flughafen bot auch Raum für viel Kreativität! Vor allem die sonst eher unkreativen Männer liefen zu Hochtouren auf. Da wurden Selfies vor der Abfluganzeige, dem China-Imbiss und sonstigen Werbetafeln gemacht um die Facebook-Junkies mit FAKE-News neidisch zu machen auf den vermeintlichen Vietnam-Urlaub den man sich von der Gage eines Laienspielers sicherlich nicht leisten kann…

Nach dem olympiareifen Rekordsprint vom Morgen ging es nun bequem auf dem Rollband in Richtung Bahnhof. Im Zug wünschte sich der ein oder andere dann doch eher den beschriebenen Komfort eines „Dreamliners“ mit projiziertem Sonnenuntergang auf den Fenstern. Aber was soll’s – wir sind Profis und können auch ohne den Schnickschnack! Wobei, also bei genauerem Hinschauen hat man auch im ICE einen guten Blick – zumindest entdeckte Harry auf dem Sitz vor sich einen neuen hochglänzenden Planeten! Ach ja, wohl dem der einen Sitzplatz hat. Reserviert waren diese, also beanspruchten wir sie auch für uns und so wurden kurzerhand die bereits sitzenden Fahrgäste „entsorgt“. Aber hilfsbereit wie die Mutschelbacher nun mal sind, wurde eine junge Frau aus Dubai mit Reiseziel Langensteinbach (!) verschont und sogar eskortiert. Der Charme der männlichen Spieler verhalf uns so zu einem neuen Fan!

Bei Bier und deftigen badischen Speisen ließ die Theatergruppe den Tag im Ettlinger Brauhaus des Vertrauens ausklingen. Wer jetzt Lust bekommen hat beim nächsten wirklich lustigen Ausflug dabei zu sein, der muss lediglich zum Stammtisch kommen, sechsmal mit uns auftreten – wahlweise auch soufflieren - und schon ist man Teil der ATSV-Theaterfamilie! Wir freuen uns schon jetzt auf die neue Saison!
Nächster Theater-Stammtisch: Donnerstag,  06.06.19 um 20 Uhr im Restaurant „Zum Waldenser“
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Theatergruppe

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